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Man sieht eine Metzgerei. Hinter dem Tresen steht die Metzgerin, eine vielleicht vierzig Jahre alte blonde und megafreundlich aussehende Frau. Vor dem Tresen stehen zwei ältere Damen unbestimmbaren Alters, auf jeden Fall sind sie älter als die Metzgerin.
Plötzlich betritt ein wahres Bild von einem Mann die Metzgerei und zieht sofort die Blicke der drei Frauen auf sich – er ist vielleicht 35, sehr groß und stattlich gebaut, trägt sehr einfache und altmodische, eher bäuerlich anmutende Kleidung und dunkelblonde, leicht gewellte, lange Haare.
Als er die Theke erreicht hat – immer noch fassungslos beobachtet von den drei Damen, spricht er ein einfaches aber anscheinend dennoch magisches Wort: „Rügenwalder“
Seine Stimme ist dabei ziemlich leise und klingt verführerisch und sexy.
Auf die Metzgerin scheint die Stimme zu wirken, denn sie fragt mit einer gehauchten, fast nicht zu hörenden Stimme: „Teewurst?“
Das scheint auch Rügenwalder-Typ klar zu werden, denn er wiederholt ein wenig eindringlicher das magische Wort: „Rügenwalder.“ Dennoch scheint sein Anliegen noch immer nicht zu der mit offenem Mund dastehenden Metzgerin durchgedrungen zu sein, denn sie zeigt auf einen ganzen Stapel Rügenwalder Wurst, der sich hinter ihr befindet und fragt mit noch etwas atemloserer, fast schon versagender Stimme: „Diese hier?“
Er erwidert mit grenzenloser Geduld:
„Die mit der Mühle!“
Jetzt erwachen auch die beiden vor der Theke stehenden älteren Damen aus ihrer Erstarrung: Dame 1: „Aha – mit der Mühle!“
Dame 2: „Natürlich.“
Die Metzgerin scheint nun endlich verstanden zu haben, was der nette Herr von ihr möchte, und sie geht in dem Verkaufsgespräch einen Schritt weiter – sie fragt: „Wie viele?“.
Der langhaarige Mann antwortet: „Alle.“
Diese Angabe scheint für die Metzgerin kein größeres Problem darzustellen, denn sie lädt Rügenwalder-Typ – mit einem leicht exotischem, beinahe grenzdebilen Lächeln - sämtliche hinter ihr liegenden Rügenwalder auf, worauf er sich umdreht und unter leicht unterdrücktem Grunzen den Laden verläßt.
In einer kurzen Sequenz sieht man Rügenwalder-Typ über eine Wiese reiten, dann erfolgt ein Schnitt auf einen vielleicht 16jährigen Jungen, der vor einer ca. 10 Meter hohen, roten zweidimensionalen Nachbildung einer Mühle steht und als er Rügenwalder-Typ entdeckt, ruft er freudig mit den Armen wedelnd: “ Er kommt!“
Man sieht eine größere Anzahl grob gezimmerte Holztische und Bänke, um die eine Menge ebenfalls highlandermäßig gekleidete Männer sitzen, die freudig die gelieferte Wurst in Empfang nehmen und ziemlich auf „Ritterfressen“ machen, indem sie die Wurst ungefähr fünf Zentimeter dick auf mindestens ebenso dicke Brotscheiben verteilen; getrunken wird dabei standesgemäß etwas bierartiges aus irgendwelchen derben Steingut-Krügen.
Diese malerische Szene wird untermalt von einem gestandenen Männerchor, der schmettert: „Rügenwalder Mühlenfest – lebe hoch! Würzig grob, herzhaft fein – wir hau’n rein!“
Quelle: http://www.ciao.de/Rugenwalder_Besuch_in_der_Metzgerei__341382
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