Hyper! Hyper! - Hypes die überhyped sind.
Ein kleines Fluchposting über - in meinen Augen - überbewertete Technologien im Ruby on Rails Umfeld:
1. CouchDB
Key/Value DBs und dokumentenorientierte Systeme verbreiten seit Jahren Ihren Reiz. Allerdings gibt es keinen Grund warum man unbedingt CouchDB einsetzen solle. Das ist ähnlich wie bei TDD oder OO: Es geht auch ohne - gerade in .DE sind man es gewöhnt qualitative miserable Software zu entwickeln. Auch für die hier üblichen Last-Größenordnungen reichen in den allermeisten Fällen RDBMS wie MySQL, Postgres oder gar SQLite vollkommen aus - jeder ist damit vertraut, egal wie schlimm MySQL und Postgres auch sind. Mit-Hardware-Skalieren ist etablierte, planbare Praxis.
Die Vorteile von CouchDB und Co. mögen durchaus vorhanden sein und in gewissen Szenarien prima zum Einsatz kommen - Ich lege mich fest und sage: 99.5% der Entwickler im Ruby/Web/Dyn. Sprachen-Bereich benötigen diese heute und auch in den nächsten drei Jahren nicht.
2. Amazon EC2
Cloudcomputing, das Mega-Buzzword. “Mit EC2 können wir unbeschränkt und just in Time endlos skalieren!111”.
Hier gilt das oben geschrieben: Wer benötigt soetwas in Deutschland? Selbst für 1x geslashdottet ist es overkill seine Infrastruktur zu Amazon zu migrieren:
- EC2 ist teuer gemessen an den in .de üblichen Hostingkosten
- EC2 ist eine Blackbox. Keiner weiß wie es bei Amazon zugeht, SLA sind ein Witz
- EC2 hat in Europa nur einen Standort in Dublin, Irland und ist relativ bescheiden angebunden => erhöhte Latenz
- Sämtliche Interna, inkl S3 / Block Storage sind intransparent. Datensicherheit und -Schutz sind aus Deutschland nicht nachvollziehbar.
Warum begeistern sich dennoch einige “Alpha-Leute” aus der Softwareszene dafür? Weil man EC2 “programmieren” kann: Mit chef und co meint man als SW-Entwickler den Sysadmin Job obsolet und automatisieren zu können. Knopf gedrückt: 5 neue Instanzen gelaunched.
Vergleichbar mit einer volldigitalisierten Modellbahnanlage: Man sitzt Stundenlang dran einen “Fahrplan” auszuarbeiten, Fahrwege und Kreuzungsszenarien zu planen etc. Und nacher drückt man einen Knopf. Langeweile pur. Baut man um, hat neue Fahrzeuge etc. - geht das Spiel von vorne los. Profi-Modellbahner fahren nur von Hand (Been there, done that ;-) 10.years.ago)
Die Frage ist, ob man diese Automatisierung wirklich bereits ab der 1. Stunde machen sollte oder bis zu einem gewissen Maße lieber “halbautomatisch” einen günstigen Mietserver benutzen soll. 99% der Projekte werden nicht die kritische Last bzw Lastvolatitlität erreichen um so extrem dynamisch zu skalieren.
Mit xen oder vmware und 5 Hetzner Server kommt man sehr weit, live-migration und dynamische Ressourcenverteilungen sind auch möglich zum Bruchteil des EC2-Preises. Auch ist der Traffic in Deutschland quasi geschenkt.
(Für den US und UK Markt sieht es natürlich für EC2 deutlich besser aus.)
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