ALDI, Lidl — Der wahre Grund des Erfolges
Erst neulich lief im Ersten ein Dokudrama über LIDL. Es gab erstaunlich wenig auszusetzen, sodass die Bedingungen für Näherinnen in Bangladesh zum Bashing herhalten musste. Das jeder deutsche Einzelhändler Aktionstextilien im Angebot hat, die aus Bangladesh stammen und unter den selben katastrophalen Bedingungen hergestellt werden, wurde verschwiegen.
Auch wurde hinsichtlich der Preisdifferenz der Eindruck geschürt, EDEKA, REWE etc seien preislich auf dem gleichen Niveau, wenn man sich an den jeweiligen Eigenmarken bedient. Deswegen sei der Preisvorteil von LIDL überschätzt.
Zwar hat ein Experte einen Einwand, der wurde aber unkommentiert gelassen:
Edeka, Rewe und co haben zwar ein Eigenmarkensortiment, dies ist jedoch weder in der gleichen Stückzahl vorhanden wie die deutlich teureren Markenartikel, noch sind diese einfach zu finden. Ziel ist es, den Kunden dazu zu bringen, die sehr viel teureren, besser platzierten Markenprodukte zu kaufen.
Bei ALDI und LIDL gibt es sehr viel weniger Produktredundanzen: Es gibt nicht 10 verschiedene Buttersorten sondern eine oder zwei. Und beide zum günstigsten Preis. Alle Läden sind relativ ähnlich strukturiert, man findet in jedem Geschäft die benötigten Produkt rasch und am gleichen Ort.
Weniger Redundanzen bedeuten gleichzeitig auch einen erhöhten Produktumsatz, d.h. es gibt keine überlagerten Nischenprodukte die am MHD herumschrammen. Was sich auf dauer nicht ordentlich verkauft wird ausgelistet.
Selbst wenn man also, wie ich, nicht wegen des Preises zum Discounter geht, hat man enorme Vorteile: Üblicherweise ist man sehr viel schneller durch, erhält gewohnte Produkte zu gewohnten Preisen.
Falschauszeichnungen sind sehr rar, auch unfähiges Personal an der Kasse, wie neulich in einem neu eröffneten Lidl-Geschäft, sind eine Ausnahme. Im Gegenteil! Ich kann mich nicht erinnern, bei ALDI und LIDL (bis auf das eine Mal) nicht begrüßt oder verabschiedet worden zu sein.
Zwar hat bspw REWE ein umfangreicheres Sortiment und versucht sich auch bewusst darin, höhere Qualität zu simulieren (Begasung von Obst/Gemüse, Rotlichtfärbung an der Fleischtheke etc), an der Kasse sind jedoch externe Zeitarbeiter zu Dumpinglöhnen. Das spürt man an der Kompetenz, der Quantität und natürlich der Qualität.
Bei Tengelmann (Stachus UG, 2010) habe ich schon erlebt, wie abgepacktes Hackfleisch in einer defekten Kühltheke bei +18°C gelagert wurde, im Edeka Neukauf (Elisenhof/Hbf München) fand ich abgepackte, gekochte Fleischprodukte die 14 (vierzehn) Tage über dem MHD waren. (ca 2004). Bei LIDL und ALDI konnte ich noch nie etwas finden. Nie!
Von Falschauszeichnungen oder Nichtauszeichnungen ganz zu schweigen. Diese sind bei Aldi/Lidl deutlich seltener zu finden, als bei Edeka, Rewe etc.
Man kann schon sagen, dass Aldi und Lidl näher am Apple-Prinzip sind, dafür aber keinen saftigen Preisaufschlag kassieren, sondern sich aus dem erhöhten Umsatz finanzieren.
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