Erstes Follow-up zur Schlecker-Insolvenz
Ein Nachtrag zu meinem ersten Artikel über die Schlecker-Insolvenz:
Insolvenzstrategien
Das Handelsblatt schreibt online, dass das Planinsolvenz-Verfahren für Schlecker eine Reihe von Vorteilen hätte: Der Tarifvertrag könne gekündigt werden, ebenso ist eine relativ kurzfristige Trennung von unrentablen Mietobjekten möglich. Demgegenüber sind Vermieter nicht zu einer Sonderkündigung der Mietverträge berechtigt.
Statistik
Wie schon angedeutet, läuft ein Großteil des Drogerie-Gesamtvolumens bereits über Discounter- und Supermarkketten, das Handelsblatt nennt folgende Zahlen am deutschen Gesamtmarkt in 2010:
DM (17,2 %)
Schwarz-Gruppe (17,1%):
- LIDL 7,5%
- Kaufland 9,6%
Aldi (angenommen: Nord+Süd) (11,8%)
Rossmann (9,3%)
Real (6,3%)
Schlecker (5,9%)
Damit wird auch klar, dass der Drogeriemarkt massiv überbedient ist. Ich bleibe bei meiner Aussage, dass insbesondere DM und Rossmann die nächsten mit Problemen sein werden. Schwarz dürfte, wenn man kursierenden Gerüchte des Wachstums betrachtet, in 2011 womöglich bereits an DM vorbeigezogen sein.
Im Zweifel würde ich auf Rossmann setzen, weil Dirk Rossmann die Branche sehr gut kennt, nicht auf DM. Goetz Werner zieht zwar gerne als BGE-Papst durch die Lande, aber seine selbstgesetzen ethischen Ziele dürften es im Härtefall schwerer machen, sich wieder gesundzuschrumpfen. Trotzdem hat der Sektor, ob mit oder ohne Schlecker, massive Überkapazitäten.
Ansonsten bin ich bei Lidl, Aldi und Douglas optimistisch.
Gesellschaftsform/Haftung
Da der Insolvenzantrag wohl noch nicht beim Amtsgericht eingegangen ist, kann niemand genau sagen, wie das rechtliche Konstrukt der Schlecker-Gruppe aussieht. Ich gehe aber davon aus, dass Anton Schlecker und die ganze Familie ziemlich gut weiß, wie man die Sache ohne große persönliche Schäden regulieren kann…
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