Kaufen! KAUFEN!!!? — Aktienfieber nach der Krise
Altersvorsorge, Geldanlage, der schnelle Gewinn?
Jedem dürfte bewusst sein, dass man heute nicht mehr umherkommt, seine Finanzen ordentlich zu planen. Ob vermeindlich konservativ oder spekulativ. Die Frage ist dabei immer: Wie und womit?
Wenn mir die Thematik zu komplex, die Zeit zu schade und Gewinne nicht all zu wichtig sind, ist die Hausbank mit Ihren Fonds sicherlich die beste Wahl. Provisionsumsätze führen eventuell auch dazu, dass die lokale Bankfiliale nicht sofort geschlossen wird (</zyn>).
Dann wäre da noch die Wirtschaftskrise, die wunderbare Einkaufskurse bot. Leider war auch ich zu zögerlich letztes Jahr im großen Stil einzusteigen.
Meine Strategie ist die Folgende:
- nur Top-Werte aus Deutschland (DAX, MDAX)
- nur Werte, die nicht bereits das Kursniveau von 2008 erreicht haben ohne die damals wirtschaftlichen Kennzahlen zu erreichen (Gewinn). Alternativ: ein günstiges Kurs/Gewinn Verhältnis (KGV)
- möglichst langweiliges, aber verständliches, etabliertes Geschäft
Hiermit versuche ich das Grundrisiko zu minimieren. Um nicht enorme Barmittel zu binden, erwerbe ich keine Aktien sondern CFDs (Contract for Difference) oder auf Deutsch: Differenzkontrakte.
Hierbei partizipiert man an der Kursveränderung überproportional, weil nur ein Bruchteil des Aktienpreises zu leisten sind. Das erhöht natürlich das Risiko und so sollte man maximal 5-10% der Liquidität in CFDs investieren — wenn man Risiko wirklich eingehen möchte! Auch ist zu beachten, dass im Gegensatz zu Aktien, im Insolvenzfalle des CFD-Emittenten ein Totalverlust wahrscheinlich ist.
Beispiel:
100 MAN SE Aktien zu 68.64€ (6864€ Gesamtwert) erfordern einen Kapitaleinsatz bzw intiale Margin von 343€ (je nach CFD Anbieter unterschiedlich).
Steigt nun die MAN SE Aktie um 1€, habe ich 100€ Buchgewinn.
Fällt nun die MAN SE Aktie um 1€, habe ich 100€ Buchverlust und muss Margin, also Barmittel, nachschiessen oder die Position liquidieren.
Je nach Verhältnis Cash-Liquidität/CFD Position kann ich also moderate oder hochriskante Hebelgeschäte abwickeln. Das kann durchaus ins Auge gehen und das komplette Depot ausradieren (Wenn man einen 50er Hebel eingeht oder solche harakiri-Deals). CFDs ermöglichen zudem auch Positionen auf fallende Kurse einzugehen (Short/Leerverkauf).
Im Gegensatz zu Optionsscheinen und Hebelzertifikaten gibt es keine Volatilitätsvariablen, Laufzeitende oder Knock-Outs (solange man bereit ist, Marigin-Anforderungen nachzukommen).
Mein Ansatz besteht also darin, risikoarme, konservative Werte mit Hebel (Risiko) für einen Zeitraum von 3-6 Monaten zu handeln (Value-Ansatz).
Meine persönlichen Top3:
1. MAN SE
2. Allianz SE
3. Heidelberger Druckmaschinen
Jeder sollte sich genau darüber im Klaren sein, welche Mittel er entbehren und investieren kann und welches Risiko hierbei akzeptabel ist. Wer meint, die schnelle Mark zu machen oder seinen Job kündigen will: Vergesst es schnell sofort.
Wem CFD zu riskant sind, kann auch direkt Aktien o.g. Werte (insb Allianz und MAN) erwerben.
Wer es nicht bereits getan hat oder tut, wird bei einem 8000er DAX wieder heulen, nicht dabei gewesen zu sein…



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