Danke für Euer Selbstrecycling mit Ansage!
22.06.2010 — Schaut in 5-10 Jahren auf diesen Beitrag…
Liebe Musiklabels,
Ihr habt so lange verhindert, dass Musik preisgünstig im Internet legal digital vertrieben werden kann, dass jeder Computerlaie in seiner Grundausbildung das legale und illegale Tauschen erlernt hat. Weil Ihr so gottverdammt unfähig wart, habt Ihr nun nur noch iTunes, Amazon und co als digitalen Absatzmarkt und zahlt bei jedem Verkauf eine saftige Inkompetenzsteuer an Steve oder Jeff.
Liebe Versand/Kaufhäuser mit Mediensortiment,
(hat sich glaube ich erledigt)
Liebe Buchverlage,
Ihr seid noch viel dümmer als die Plattenfirmen. Ihr hattet jetzt zehn Jahre Zeit euch das Elend der Platten- und Filmindustrie anzuschauen und was habt ihr gemacht? Versagt habt Ihr! Sämtliche Studenten die ich kenne, lernen spästestens im ersten Semester sich sämtliche Literatur online zu besorgen. Illegal, denn wer zahlt schon einen nahezu print-identischen Preis für eine PDF Datei? Niemand. NIEMAND.
Und wieviel % eures aktuellen(!) Sortiments bietet Ihr überhaupt legal in digitaler Form an?
0.5%? Versager, allesamt!
Was die Alpha-Nutzer vormachen, macht die Masse nach. Ihr könnt dann so tolle Dinge versuchen, wie Anwälte gegen Tauschplattformen und -Netzwerke loszuschicken. Oder dümmliche Werbekampagnen schalten (Die GEZ-Werbespot-Schauspieler sind ja bald wieder verfügbar…).
Und dann jammert Ihr über Euren kulturellen Auftrag und wollt sicher Staatshilfe. Als ob. Bis auf die wissenschaftlichen Fachverlage, die Ihr Euch wie manche WochenZEITung nur noch zur Imagepflege haltet, veröffentlicht ihr zum Großteil üblen Schund:
Das RTL/SAT1/ProSieben-Nachmittagsprogramm in Buchform!
Wieviel % der Menschen lesen eigentlich noch regelmäßig Bücher oder Zeitung?
Okay, Euch kann ich nicht vorwerfen, alles Apple zu überlassen. Ihr wart ja schon ein paar Jahre früher der vollen Einkäufergewalt von Amazon ausgeliefert und habt dort schon ordentlich geblutet. Als Amazon Marketplace kam, habt ihr noch mehr geblutet. Ihr verkauft nicht mehr Bücher in Stückzahl sondern “Bedrucktes, zur Toilette ungeeignetes Papier, in Tonnen, Lieferung frei Rampe”.
Habt Ihr elitären Fachbuchverlage eigentlich schon so Sachen wie Safari gesehen? Oder die “Beta book”/ “Rough Cuts”-Versionen, die US Verlage anbieten um vorab schnell am Markt zu sein und dann quasi zu reifen (aka Bananenbücher) um überhaupt noch eine gewisse Aktualität zu erhalten?
Achso, Ihr beschränkt Euch eh aufs Übersetzen von US Büchern. Denn Englisch ist auch so eine Nischenqualifikation der deutschen Leserschaft mit einer gewissen Buchaffinität……
Alles klar. Nur die Taschenbuch-Top100-Wühltisch-Liga zählt. Für 9,95€ oder als PDF Version (der Hardcover-Ausgabe…) 14,95 €.
Nein, so schlimm ist es leider noch nicht für Euch, solange Ihr noch jedes Jahr ein paar Skandal-Schweine (Sorry, Helene Hegemann) durch die Talkshows jagen könnt und der ein oder andere Boulevard-Teil (Feuilleton) dankenswerterweise darauf reinfällt.
Apropos Zeitungs- und Magazinverlage:
Die ganzen Bauers, Burdas, Holtzbrincks, Springers die seit Jahren mit Ihren Kloblättchen an der Volksverdummung arbeiten und — oh Wunder — dabei nicht bemerkt haben, dass der Krebs schon im eigenen Top-Management unheilbar metastasiert hat…
Ihr seid es dann, die jeden Tag kokainvernebelt zu Eurem vermeindlichen Gott beten und Ihm für Steve Jobs dankt, dem Heroindealer-Äquivalent der euch knebelt und abzieht, wo er nur kann. Aber Ihr habt keine Wahl mehr.
Und irgendwann, ich schätze so ab 2020, werdet auch Ihr Fernsehbuden sterben. Ihr automatisiert und wiederholt jetzt schon den billigst möglichen Schund um die Kosten niedrig zu halten.
So hat man beispielsweise bei der RTL Bude “n-tv” den Eindruck, ein/e langjährige/r alkoholkranke/r Prostituierte/r vom Kölner Heroinstrich wäre nach kurzen 30 Minuten Training im Studio sicherlich kompetenter, als Regie und Moderatoren bei der werktäglichen Nachmittags-Schiene zusammen.
Oder ist das einfach nur eine schlaue Sparmaßnahme und Ihr produziert “Ups, die große Pannenshow” und das “modern präsentierte boulevardeske Nachrichtenformat mit zwei Darstellern und einem geteilten Teleprompter” gleichzeitig?
Dann rate ich euch doch dafür die multiplen suchtkranken Prostituiert/en einzustellen und n-tv mit dem Casting für “Mitten im Leben!”, “Verdachtsfälle” und “We are family” zusammenzulegen!
Achja. Das Abendprogramm:
Die auf US-Serien fixierte Kundschaft könnt Ihr jetzt schon nicht mehr zufriedenstellend bedienen, die zieht und tauscht sich das Originalmaterial einen Tag später aus dem Internet und wartet nicht 12 oder mehr Monate auf eine leidliche Synchro mit dreifacher Werbeunterbrechnung.
Und überhaupt habt Ihr jetzt schon keine Kohle mehr für den Lizenzeinkauf.
Die US-Sender und Produzenten werden aber in absehbarer Zeit weltweit in eigener Regie Ihre Sendungen vermarkten, sofern sie überleben wollen. Warum sollen die noch auf euch setzen und es nicht gleich selbst machen? Direktvertrieb übers Internet über Kontinente hinweg: Simpel wie Brei. Apple, Amazon und Akamai wird es freuen.
Und Sky (Premiere) wird beerdigt werden, wenn es selbst Murdoch nicht fixen kann.
So ganz alleine bin ich — zumindest mit dieser Meinung — nicht: http://aktien.onvista.de/snapshot.html?ID_OSI=25655860
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