Virtualisierung und die Wahl der passenden Linux Distribution
Wer mich kennt weiss, dass ich seit über 7 Jahre Debian Nutzer bin und seit 2004 virtualisiere. Zuerst rudimentär mittes linux-vserver.org (aka ctx patch), später dann mittels XEN.
Während fake-Virtualisierungen wie OpenVZ oder Linux-VServer nur den laufenden Linux Kernel in verschiedene Kontexte splitten, bilden XEN, KVM, VMWare und co .native Virtualisierung über die CPU-Erweiterungen oder Paravirtualisierung an.
In vielen Fällen ist die Paravirtualisierung noch die performanteste Wahl: Hier hat die Gast-VM Treiber installiert, die bestimmte Dinge direkt per Software mit dem Virtualisierer lösen, beispielsweise Netzwerkanbindung. Dies hat aber möglicherweise sicherheitstechnisch einen Nachteil und erfordert für jedes Gastsystem eine explizite Unterstützung.
Aber zurück zum Thema:
Früher habe ich gerne für den Host, also in XEN die dom0, wie auch für Gäste (domU) die gleiche Distribution verwendet. Mit der rapiden Weiterentwicklung von kvm und dem ausserhalb der Kernel-Mainline gepflegten XEN wurde es jedoch immer schwerer und aufwändiger: Ich möchte auf dem “host” einfach nicht selbst kernel bauen und upgraden müssen. Der Host sollte quasi so stabil wie möglich sein, mit dem geringst möglichen Overhead. Es sollte eine stabile Updateversorgung über Jahre hinweg geben, die ohne manuelles Paketbauen auskommt.
Bleiben also noch folgende Distributionen übrig:
- Redhat
- SuSE
- Centos (Redhat GPL)
- Ubuntu Server LTS
Ubuntu Server kann für vieles die beste Wahl sein, ich tendiere jedoch trotzdem zu Centos. Die Virtualsierungsabstrahierung, also libvirt, wird von RedHat gepflegt, auch ist Redhat sehr stark in kvm involviert. Somit bin ich relativ frei in der Wahl des Virtualisierers und profitiere von Redhats Enterprise Linux.
Wenn ich etwas an Debian und Ubuntu nicht mag, dann der Umgang mit XEN in den letzten Releases: Ich kann und will nicht einen produktiven Server alle 6 oder 12 Monate neu installieren oder die Virtualisierungslösung wechseln, schliesslich sind davon dutzende VM betroffen. Einfach bei einem neueren Release auf XEN-Support zu verzichten oder nur noch “per Hand” zu Unterstützen ist nicht die richtige Wahl.
TL;DR
Für virtualisierte Systeme in der root-VM/dom0 nur Distributionen einsetzen, die lange supported werden und eher konservativ sind. Auch VMWare ESXi ist eine gute Sache, wenn die Hardware unterstützt wird — ist jedoch nur mit vSphere wirklich nutzbar und das kostet Geld.
Für Gäste-VM kann man dann das Ubuntu, Gentoo, LFS, wasauchimmer einsetzen. patchen und tunen wie man möchte.
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