Ich baue da meine U-Bahn so vor mich hin, eine große Aufgabe, ich bin mir bewußt, was das bedeutet, daß man mir einen U-Bahnbau anvertraut hat, aber ich hätte dem Boden nicht vertrauen dürfen. Ich will bloß etwas, was war es noch gleich?, ich will, daß unten in diesen Höhlnissen, in diesen Schlupflöchern und Tunneln etwas fahren kann. Daß etwas weitergeht. Ich kann mich selbst kaum halten, ich muß dort hinunter und graben, ich muß dieses Loch graben, und vom Loch sollen so Verzweigungen ausgehen, damit die Leute ihre Verzweiflungen in einer Bahn mit sich führen können und nicht allein ausgehen müssen. Da gibt plötzlich etwas nach. Ich bins nicht, ich gebe nie nach, aber etwas andres muß nachgeben, es ist die Straßendecke, die nachgibt. In einem Sog aus Wasser, Kies und Schlammassen wird dieses Fahrzeug durch den leckeren Straßenbelag zu mir hinunter in die Tiefe gerissen. Das hält mich jetzt aber sehr von der Arbeit ab!
Elfriede Jelinek, http://www.a-e-m-gmbh.com/wessely/ftkrank.htm (suche nach “Im Bus”)
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